Automatisierung

Palettierroboter planen: Traglast, Greifer, Palettenbild und Sicherheit

Automatisches Palettieren wirkt auf den ersten Blick wie eine einfache Pick-and-Place-Aufgabe. In der Praxis entscheidet jedoch das Zusammenspiel aus Produkt, Greifer, Palettenbild, Fördertechnik und Sicherheit darüber, ob die Anlage stabil und wirtschaftlich arbeitet.

Eine saubere Planung beginnt mit den realen Prozessdaten. Dieser Ratgeber zeigt, welche Angaben für die Auswahl eines Palettierroboters erforderlich sind.

1. Produktdaten vollständig erfassen

Grundlage sind Gewicht, Abmessungen, Oberfläche und Stabilität des zu palettierenden Produkts. Kartons, Säcke, Eimer, Kisten und Trays stellen unterschiedliche Anforderungen an Greifer und Bewegungsprofil.

Wichtig sind außerdem:

  • minimales und maximales Produktgewicht
  • Produktvarianten und Formatwechsel
  • Schwerpunkt und mögliche Verformung
  • zulässige Greifflächen
  • Empfindlichkeit gegenüber Druck oder Vakuum

Bei instabilen Kartons oder flexiblen Säcken muss der Greifer das Produkt sicher halten, ohne es zu beschädigen.

2. Traglast inklusive Greifer bestimmen

Zur erforderlichen Traglast zählen Produkt, Greifer, Adapter, Ventile, Sensoren und gegebenenfalls mehrere gleichzeitig aufgenommene Einheiten. Wer ausschließlich mit dem Kartongewicht rechnet, dimensioniert den Roboter häufig zu knapp.

Auch Schwerpunkt und Trägheit sind relevant. Ein breiter Greifer oder eine komplette Produktlage belastet die Roboterachsen anders als ein kompakter Einzelkarton mit gleichem Gewicht.

3. Reichweite aus Palettenhöhe und Layout ableiten

Der Roboter muss Aufnahme, beide Palettenplätze und die höchste Lage sicher erreichen. Dabei zählen nicht nur horizontale Entfernung und Palettenhöhe, sondern auch Greiferhöhe, Sockel, Förderhöhe und erforderliche Anfahrwege.

Ein Palettierlayout kann mit einem zentralen Roboter, einem oder mehreren Palettenplätzen sowie Zu- und Abförderung aufgebaut werden. Schon kleine Änderungen der Roboterposition beeinflussen Reichweite, Taktzeit und benötigte Schutzfläche.

Geeignete Modelle finden Sie in der Übersicht der ESTUN-Palettierroboter.

4. Das Palettenbild früh definieren

Das Palettenbild bestimmt, wie Produkte pro Lage angeordnet und welche Lagen nacheinander aufgebaut werden. Dabei müssen Produktabmessungen, Palettenformat, Stabilität und Transportanforderungen zusammenpassen.

Zu klären sind:

  • Anzahl Produkte pro Lage
  • Anzahl und Reihenfolge der Lagen
  • Drehung einzelner Produkte
  • Zwischenlagen oder Kantenschutz
  • maximale Palettenhöhe und Gesamtgewicht

Bei häufigen Formatwechseln sollte die Bedienung neue Rezepte oder Palettenbilder ohne tiefe Programmeingriffe auswählen können.

5. Den passenden Greifer auswählen

Vakuumgreifer sind bei geschlossenen, ausreichend stabilen Oberflächen häufig eine gute Lösung. Klemm- oder Gabelgreifer eignen sich je nach Produktgeometrie für Säcke, offene Gebinde oder schwere Lasten. Kombinationsgreifer können zusätzlich Zwischenlagen oder Leerpaletten handhaben.

Ein Mehrfachgreifer erhöht den Durchsatz, steigert aber Traglast, Baugröße und Komplexität. Deshalb sollte geprüft werden, ob der Zeitgewinn den zusätzlichen Aufwand rechtfertigt.

6. Taktzeit als Linienleistung betrachten

Die geforderte Leistung wird meist in Produkten, Lagen oder Paletten pro Stunde angegeben. Für die Roboterauslegung zählen jedoch sämtliche Einzelschritte: Produktübernahme, Ausrichten, Greifen, Verfahrbewegung, Ablegen, Greiferfreigabe und Rückfahrt.

Auch der Materialfluss muss mithalten. Fehlende Puffer, ungleichmäßige Produktzuführung oder lange Palettenwechsel können eine schnelle Roboterbewegung ausbremsen.

7. Fördertechnik und Schnittstellen abstimmen

Der Roboter benötigt eindeutige Signale über Produktposition, Freigaben, Palettenstatus und Störungen. Bei bestehenden Linien müssen SPS-Schnittstellen, Sensorik und mechanische Übergaben früh geprüft werden.

Je nach Anwendung kommen Zentrierstationen, Produktdreher, Pufferstrecken, Palettenmagazine und automatische Palettenförderer hinzu.

8. Sicherheit und Bedienung in das Layout integrieren

Schutzzaun, Türen, Scanner oder Lichtgitter dürfen nicht erst nachträglich um die Mechanik gelegt werden. Bedienzugänge, Palettenwechsel, Wartung und Störungsbeseitigung müssen von Beginn an im Sicherheits- und Bedienkonzept berücksichtigt werden.

Für die konkrete Anlage sind eine projektspezifische Risikobeurteilung und ein abgestimmtes Sicherheitskonzept erforderlich.

Checkliste für eine erste Auslegung

  • Produktgewicht und Abmessungen je Variante
  • gewünschte Linienleistung
  • Palettenformat, Palettenhöhe und Palettenbild
  • Anzahl der Palettenplätze
  • Zwischenlagen- oder Leerpalettenhandling
  • verfügbares Layout und Förderhöhe
  • Schnittstellen zur vorhandenen Linie

Palettieraufgabe beschreiben und passende Robotermodelle anfragen.

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