Die Frage „Was kostet ein Industrieroboter?“ lässt sich seriös nicht mit einem einzigen Betrag beantworten. Der Roboterarm ist nur eine Komponente der vollständigen Automatisierungslösung. Je nach Anwendung können Greifer, Sicherheitstechnik, Zuführung, Konstruktion und Inbetriebnahme einen erheblichen Anteil des Gesamtprojekts ausmachen.
Für eine belastbare Investitionsentscheidung sollten deshalb nicht nur der Kaufpreis, sondern alle Kostenblöcke und der erwartete Nutzen betrachtet werden.
1. Der Roboter und seine Steuerung
Der Preis des Roboters hängt vor allem von Bauform, Traglast, Reichweite, Ausführung und Lieferumfang ab. Ein kompakter SCARA-Roboter für schnelle Pick-and-Place-Aufgaben hat ein anderes Preisniveau als ein großer 6-Achs-Roboter für schwere Bauteile oder weite Arbeitsräume.
Zum Grundpaket gehören typischerweise Robotermechanik, Steuerung, Teach Pendant, Verbindungskabel und Dokumentation. Optionen wie zusätzliche I/O-Module, Feldbus-Schnittstellen, längere Kabel oder besondere Schutzklassen können hinzukommen.
Eine Übersicht verfügbarer Baugrößen finden Sie im ESTUN-Roboterkatalog.
2. Greifer und Werkzeugtechnik
Der Greifer verbindet den Roboter mit dem Prozess. Je nach Bauteil kommen pneumatische oder elektrische Greifer, Vakuumtechnik, Werkzeugwechsler, Kraft-Momenten-Sensoren oder kundenspezifische Greiferkonstruktionen zum Einsatz.
Die Kosten steigen, wenn unterschiedliche Bauteilvarianten gehandhabt, empfindliche Oberflächen geschützt oder mehrere Teile gleichzeitig gegriffen werden müssen. Gleichzeitig kann ein gut ausgelegter Mehrfachgreifer die Taktzeit deutlich verbessern.
3. Roboterzelle und Sicherheitstechnik
Zu einer vollständigen Anlage gehören häufig Schutzzaun, Schutztüren, Verriegelungen, Sicherheitssteuerung, Not-Halt-Konzept und gegebenenfalls Scanner oder Lichtgitter. Umfang und Ausführung hängen vom Layout, vom Prozess und von der Risikobeurteilung ab.
Auch Grundgestell, Einhausung, Medienversorgung, Schaltschrank und Bedienpult müssen berücksichtigt werden. Bei bestehenden Maschinen kann zusätzlich eine technische Anpassung oder Nachrüstung erforderlich sein.
4. Zuführung, Vorrichtungen und Peripherie
Ein Roboter kann nur so zuverlässig arbeiten wie die Teilebereitstellung. Fördertechnik, Magazine, Paletten, Trays, Schubladen, Kamerasysteme und Spannvorrichtungen bestimmen daher oft den Integrationsaufwand.
Standardisierte Anwendungen sind in der Regel günstiger und schneller umsetzbar als Prozesse mit unsortierten Teilen, vielen Varianten oder häufig wechselnden Losgrößen.
5. Engineering, Programmierung und Inbetriebnahme
Zur Projektleistung zählen unter anderem Machbarkeitsprüfung, Layout, Konstruktion, Elektroplanung, SPS- und Roboterprogrammierung, Schnittstellenabstimmung, Dokumentation, Montage und Inbetriebnahme.
Der Aufwand hängt weniger von der Größe des Roboters als von der Prozesskomplexität ab. Ein kleiner Roboter mit aufwendiger Bildverarbeitung und vielen Varianten kann mehr Engineering erfordern als ein großer Roboter mit einem klar definierten Bewegungsablauf.
6. Schulung, Wartung und laufender Betrieb
Für einen stabilen Betrieb sollten Bediener, Programmierer und Instandhalter passend qualifiziert werden. Hinzu kommen vorbeugende Wartung, Verschleißteile am Greifer, Energie und gegebenenfalls Ersatzteilbevorratung.
Passende Formate finden Sie bei den ESTUN-Roboterschulungen.
Wie wird der ROI einer Roboteranlage berechnet?
Der Return on Investment ergibt sich nicht nur aus eingesparten Arbeitsstunden. Berücksichtigt werden sollten auch höhere Anlagenverfügbarkeit, weniger Ausschuss, stabilere Qualität, zusätzliche Schichten, reduzierte ergonomische Belastung und vermiedene Stillstände.
Eine einfache Orientierung lautet:
Amortisationszeit = Gesamtinvestition ÷ jährlicher wirtschaftlicher Nutzen
Für eine realistische Rechnung werden die heutigen Prozesskosten mit den erwarteten Kosten nach der Automatisierung verglichen. Dazu gehören Personalbindung, Taktzeit, Ausschuss, Wartung, Energie und geplante Produktionsmengen.
Berechnen Sie die Wirtschaftlichkeit direkt mit Ihren eigenen Werten: Nutzen Sie den ROI-Rechner von Demir Robotics, um die voraussichtliche Amortisationszeit und das wirtschaftliche Potenzial Ihrer geplanten Roboteranlage zu prüfen.
Industrieroboter kaufen oder leasen?
Neben dem klassischen Kauf können gewerbliche Kunden für ausgewählte ESTUN Industrieroboter, Tezmaksan CubeBOX-Systeme und projektbezogene Roboterzellen eine individuelle Leasinglösung anfragen. Leasing kann die anfängliche Kapitalbindung reduzieren und die Investition auf planbare Raten verteilen. Die tatsächlichen Konditionen hängen von Projektumfang, Laufzeit, Vertragsmodell und Bonitätsprüfung ab.
Weitere Informationen und die benötigten Projektdaten finden Sie auf der Seite Industrieroboter Leasing für Unternehmen.
Warum viele Roboterlösungen „Preis auf Anfrage“ haben
Bei Industrieautomation ist ein pauschaler Shoppreis häufig irreführend. Schon Änderungen bei Greifer, Kabellänge, Schnittstelle, Sicherheitstechnik oder Lieferumfang verändern die passende Konfiguration. Eine Anfrage ermöglicht, Robotermodell und Zubehör auf den tatsächlichen Prozess abzustimmen.
So erhalten Sie ein belastbares Angebot
Hilfreich sind Bauteilgewicht, Abmessungen, gewünschte Taktzeit, Fotos oder Layout, Maschineninformationen und eine kurze Beschreibung des Ablaufs. Je vollständiger diese Angaben sind, desto schneller lässt sich ein technisch und wirtschaftlich belastbarer Lieferumfang definieren.
Preis, Lieferzeit und Integrationsumfang für Ihre Anwendung anfragen.


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